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Gesundheit
Als Berufskrankheit ist die Asbestose seit 1936-, Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose seit 1942-, das Mesotherliom seit 1977 anerkannt.
Von Asbestprodukten können durch Alterung, Erschütterungen, thermische Wechselbeanspruchung, Luftbewegung oder Beschädigungen in erheblichem Umfang Asbestfasern in atembarer Form freigesetzt werden, die beim Menschen zu Krebserkrankungen führen können.
Die unterschiedlichen Wirkungen des Asbest:
- Vermehrung von Bindegewebe (so genannter fibrogener Effekt):
dies ist der Mechanismus für die Entstehung der Asbestose und der
sogenannten Pleuraaplaques.
- Anregung von bösartigen Erkrankungen, dem Bronchialkarzinom und
dem Mesotheliom, von Rippen-,
Lunge und auch Bauchfell.
Was geschieht mit einer Asbestfaser in der Lunge?
Nicht jede Faser die eingeatmet wird, gelangt auch in die Tiefen der
Lunge, ebenso nicht jede Faser, die bis in die Lungenbläschen (Alveolen)
gelangt, wird dort festgehalten. Es verbleibt immer nur ein gewisser Prozentsatz
von Fasern aus der Atemluft in der Lunge selber. Wichtig ist die Geometrie
der Faser, ob sie überhaupt in der Lage ist, bis in die tiefsten
Lungenbläschen zu gelangen. Weiterhin sind die Strömungsverhältnisse
im Atemtrakt verantwortlich, insbesondere ob sehr fest und tief geatmet
wird,
wie z.B. bei körperlichen Anstrengungen. Jede Art von Staub wird
in der Lunge von Fresszellen aufgenommen und entweder chemisch zerstört,
abgelagert oder abtransportiert.
Asbest ist für den Organismus nicht abbaubar
Da viele Asbestarten die Eigenschaft besitzen, sich der Länge nach
aufzuspleißen, bilden sich Spieße, die oft vielfach länger
sind als die Fresszellen selbst. Bei dem Versuch, die Faser zu beseitigen,
spießt sich die Fresszelle regelrecht auf (Schaschlikspieß-Effekt)
bekommt an der Durchtrittsstelle der Faser durch ihre Zellwand ein Leck,
was zum Austritt von Stoffen führt, die wiederum die Bildung von
Bindegeweben anregen.
Hiermit wird der Anfang der narbigen Umwandlung von Lungen- und Rippenfellgeweben gesetzt, was
schließlich zum
Bild der Asbestose führt. Es kommt zur übermäßigen
Neubildung von Abwehr- und Bindergewebezellen in dem stetigen vergeblichen
Kampf des Organismus, sich der Faser zu entledigen, was irgendwann einmal zur
bösartigen Entartung
führen kann, ein Lungenkrebs ist die Folge.
Dosis – Wirkung – Beziehung für Asbestose und Pleuraaplaques
Man verwendet im Bezug auf Asbest den Begriff der Faserjahre.
Hiermit ist gemeint, eine Exposition mit 1 Million Weiß-Asbest-Fasern
von mehr als 0,000005 mm pro cbm Luft über ein
ganzes Arbeitsjahr. Wenn jemand 1 Jahr lang unter einer solchen
Konzentration arbeitet, so hat er 1 Faserjahr an Dosis
erhalten. Für die Asbestose scheint ein Gesamtbild von 10- bis 50
Faserjahre erforderlich zu sein, zumindest um im Röntgenbild
eine Asbestose feststellen zu können. Ferner dauert es mindestens
10 Jahre, bis nach der Exposition eine Asbestose
auftritt.
Dosis – Wirkung – Beziehung auf Bronchialkarzinom und Mesotheliom
Das Bronchialkarzinom ist eine bösartige Wucherung der Zellen des Bronchialsystems
zu definieren. Es ist einer der
häufigsten Tumoren und kommt in der BRD mit einer Häufigkiet
von ca. 27000 Erkrankungsfällen pro Jahr vor.
Das Mesotheliom, der insgesamt selten auftretender Tumor,
ist eine bösartige Wucherung der Bindegewebezellen, die
Rippenfell und Lungenfell bilden.
Das Mesotheliom ist für Asbest ein sehr spezifischer
Tumor. Zwischen 60 und 80 % dieser Erkrankungen sollen durch
Asbest bedingt entstanden sein.
Asbeststaub ist die Ursache für 2/3 sämtlicher Berufserkrankungen.
Gefahr im Trinkwasser
Umfassende Untersuchungen, inwieweit die Aufnahme von Asbestfasern über
den Trinkwasserpfad zu gesundheitlichen Schäden führen kann,
liegen bislang nicht vor.
Es besteht Verdacht, dass die Asbestfasern die Darmwand durchdringen
können.
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